Die Republik Südafrika produziert heute 28% ihres Kraftstoffs nach diesem Verfahren, das 1950 dort wegen der Embargopolitik eingeführt wurde. Auch in zahlreichen anderen Ländern des Persischen Golfs wird nach diesem Verfahren Kraftstoff produziert. Auch die USA besinnen sich wegen des ständig steigenden Ölpreises und der Folgen der Hurricanesaison auf die Ölförderung im mexikanischen Golf auf ihre riesigen Kohlevorräte und auf die strategische Bedeutung des FT-Verfahren, das am Ende des letzten Krieges billig aus Deutschland abgestaubt wurde. Inzwischen hat die US Luftwaffe erste Flüge mit Großflugzeugen erfolgreich mit FT-Kraftstoff aus einer Anlage in Gilberton absolviert. Erhebliche Gelder werden in die Prozeßkatalyseforschung (US Firma Kellog) gesteckt.
Bei den jetzigen und weiter steigenden Rohölpreisen ist FT-Kraftstoff schon jetzt zumindest als Beimengung auch bei uns geeignet und wirkt mit seiner absoluten Schwefel- und Stickstofffreiheit qualitätsverbessernd (10 % Beimengung – kein Problem). Davon kann bei Biokraftstoff keine Rede sein; das Gegenteil ist der Fall. Wegen des höheren Heizwertes von FT-Kraftstoff gegenüber Biodiesel und Bioethanol benötigt man mehr Biokraftstoff, um dieselbe Wirkung zu erzielen wie mit herkömmlichem oder FT-Kraftstoff, was auch beim Literpreis zu berücksichtigen ist.
Das FT-Verfahren wurde in Mühlheim an der Ruhr entwickelt und 1935 in Oberhausen, dem heutigen Werk Ruhrchemie der Calanese AG erstmals industriemäßig betrieben, und in das Ruhrgebiet, dort wo die Steinkohle liegt, gehört es auch hin. In Mühlheim an der Ruhr befindet sich auch das Max Planck Institut für Kohleforschung mit seiner Kompetenz auf diesem Gebiet. Eine Wiederbelebung des FT-Verfahrens wird auch für den Maschinen- und Anlagenbau Impulse auslösen. Auch ein Teil der Kumpel hätte wieder Arbeit und wäre nicht auf Almosen (Steuergelder) angewiesen. Notwendig ist auch zumindest ein teilweiser Rückkauf des Tankstellennetzes durch den Staat, das schon vor Jahren vollständig an die Ölmultis verkauft wurde.
Da der Erdölhandel auf Dollarbasis abgewickelt wird, würde die Kraftstoffgewinnung aus einheimischer Kohle zu einer weiteren Stärkung des Euro führen und das Echo jener nach sich ziehen, die alles, was nach einer Autarkie Deutschlands aussehen könnte, beargwöhnen. Das aber ist eine Frage der Souveränität, die unsere Regierung im Vergleich zu anderen Staaten mehr und mehr aus der Hand gibt. Natürlich werden auch die Regierungsparteien einen solchen Vorschlag, vor allem, wenn er von den Republikanern kommt, als lächerlich abtun und tausend Gründe der Nichtmachbarkeit in’s Feld führen.
Daß wir Deutschen aber in Notsituationen in der Lage sind, etwas auf die Beine zu stellen, haben wir in der Geschichte hinlänglich bewiesen auch bei der Kraftstoffgewinnung aus Kohle.
Wir müssen einfach unser Haupt erheben und unsere wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten ausspielen.
Zusammen packen wir’s!
Heinz Schneider
REP-Landesvorsitzender Thüringen